Live dabei: Als Azubi beim Papenburger Stadtpark Open Air mit Bausa, Yung Saint Paul & KATI K – ein unvergessliches Erlebnis 2026
15.09.2026
Von Aaron Cronshage
Kamera eingepackt, Akkus geladen und ab in den Stadtpark Papenburg: Am 4. September durfte ich als angehender Mediengestalter Bild und Ton im zweiten Ausbildungsjahr der Nordwest Mediengruppe beim Stadtpark Open Air in Papenburg dabei sein. Und diesmal hieß „dabei sein“ nicht einfach nur Konzert anschauen. Für mich ging es mit der Kamera direkt vor die Bühne, in den Bühnengraben, – mitten hinein in Licht, Musik und Festivalstimmung.
Auf dem Programm standen Yung Saint Paul, KATI K und der Headliner Bausa. Drei Acts, die musikalisch ziemlich unterschiedlich unterwegs sind und genau deshalb für einen abwechslungsreichen Abend sorgten.
Vom Newcomer bis zum Headliner
Den Anfang machte KATI K. mit Songs wie „Sad Songs“ und „Erwischt“. Ihr Deutschpop lebt von großen Hooks, spannenden Duetten (z.B. mit Finch), persönlichen Texten und einer Stimme, die auch live sofort heraussticht. Für mich war ihr Auftritt gleichzeitig der Start in den Arbeitstag vor der Bühne: Kameraeinstellungen checken, Licht beobachten und versuchen, genau die Momente zu erwischen, in denen Bewegung, Künstler und Publikum zusammenpassen.
Weiter ging es mit Yung Saint Paul. Der Newcomer ist unter anderem durch Songs wie „Camilla“ und „mein cutie <3“ bekannt und brachte moderne Rap- und Pop-Sounds auf die Bühne. Für die Kamera bedeutete der Wechsel gleichzeitig eine komplett andere Bildsprache: andere Lichtstimmungen, andere Bewegungen auf der Bühne und andere Reaktionen aus dem Publikum.
Zum Abschluss kam schließlich Headliner Bausa auf die Bühne, ehrlich gesagt auch mein persönliches Highlight. Spätestens bei ihm wurde es vor der Bühne noch einmal deutlich voller und lauter. Mit seinem Mix aus Rap, R&B, Pop und Gesang gehört er seit Jahren zu den bekannten Namen der deutschen Musikszene. Songs wie „Was du Liebe nennst“ oder „9 bis 9“ dürften vielen sofort im Ohr sein.


Mit der Kamera direkt vor der Bühne
Für mich war genau das der spannendste Teil des Abends. Statt irgendwo weit hinten im Publikum zu stehen, konnte ich mit der Kamera direkt am Geschehen arbeiten. Von dort sieht ein Konzert noch einmal ganz anders aus. Als Fotograf hat man hier meistens die ersten drei Songs Zeit, nah am Geschehen, alles optimal einzufangen.
Innerhalb weniger Sekunden kann sich die komplette Situation verändern: Gerade steht ein Künstler im Spot, im nächsten Moment ist die Bühne dunkel, das Licht wechselt oder eine Bewegung passiert genau dort, wo man sie nicht erwartet hat. Viel Zeit zum Überlegen bleibt dabei nicht. Man muss die Kamera kennen, schnell reagieren und gleichzeitig darauf achten, was um einen herum passiert.
Genau darin liegt aber auch der Reiz der Konzertfotografie. Ein gutes Foto soll schließlich nicht einfach nur zeigen, wer auf der Bühne stand. Es soll möglichst auch vermitteln, wie sich der Moment angefühlt hat. Gerade bei Bausa war das Fotografieren besonders spannend, denn er hatte eine große LED-Pagode mit auf der Bühne, durch die Licht, seine Position und die ganze Stimmung immer wieder schnell verändert wurde.
Ein Konzert besteht aus mehr als der Show
Als Besucher sieht man am Ende vor allem das fertige Ergebnis: Die Musik läuft, das Licht sitzt und die Künstler stehen auf der Bühne. Wenn man bei so einem Event arbeitet, bekommt man dagegen einen ganz anderen Blick darauf, was rundherum passiert.
Hinter einem Konzert dieser Größe stecken viele Menschen und viele einzelne Abläufe. Veranstaltung, Technik, Künstler, Sicherheit, Medien und Organisation müssen zusammenspielen, damit am Ende alles funktioniert. Gerade als Azubi ist es interessant, diese Seite eines Events kennenzulernen.
Dazu gehört auch der Kontakt mit den Menschen vor Ort. Man spricht mit Veranstaltern, Künstlern, anderen Medienschaffenden und bekommt mit, wie unterschiedlich die verschiedenen Bereiche bei einer solchen Produktion arbeiten. Solche Erfahrungen kann man im normalen Arbeitsalltag am Schreibtisch nur schwer sammeln.
Fotografieren ist nur der Anfang
Nach dem letzten Song ist die Arbeit außerdem nicht automatisch vorbei. Das entstandene Material muss gesichtet und ausgewählt werden. Welche Aufnahme zeigt den Künstler besonders gut? Welches Bild transportiert die Stimmung im Stadtpark? Und welches Material eignet sich für Social Media oder die Berichterstattung?
Dabei merkt man schnell, dass Mediengestaltung viel mehr bedeutet, als einfach auf den Auslöser zu drücken. Schon während des Konzerts muss man im Kopf haben, wofür die Bilder und Clips später eingesetzt werden könnten.
Für mich ist genau das ein spannender Teil der Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton: Man lernt nicht nur die Technik kennen, sondern entwickelt mit der Zeit auch ein Gefühl dafür, welche Bilder eine Geschichte erzählen.
Ein Arbeitstag, den man nicht so schnell vergisst
Das Stadtpark Open Air hat mir wieder gezeigt, wie abwechslungsreich mein Ausbildungsalltag sein kann. An einem Tag arbeitet man an ganz normalen Produktionen – und an einem anderen steht man plötzlich mit der Kamera wenige Meter von Bausa, KATI K oder Yung Saint Paul entfernt.
Am Ende bin ich nicht nur mit einer vollen Speicherkarte nach Hause gefahren, sondern auch mit neuen Erfahrungen in Sachen Konzertfotografie, Veranstaltungsablauf und Berichterstattung. Aus einem Musikabend unter freiem Himmel wurde so ein Arbeitstag, den ich definitiv nicht so schnell vergessen werde.